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Recycling in der Modebranche

Recycling ist gerade in aller Munde. 

Outdoorjacken aus PET-Flaschen, Bikinis aus alten Fischernetzen und Sneakers aus Kaffeesatz. „Reuse, reduce, recycle.“ lautet der Marketing-Slogan der Stunde.

Dabei sind es nicht zuletzt die Textilien selbst, die wir recyceln müssen, liegen und hängen laut einer Greeenpeace-Umfrage doch rund 4,9 Milliarden Kleidungsstücke in deutschen Schränken – von Überproduktionen und Restposten aus dem Einzelhandel ganz zu schweigen. Und täglich kommen neue hinzu.

Recycling ist nicht gleich Recycling

Beim sortenreinen Recycling geht es darum, dass Alttextilien in ihrer ursprünglichen Fasern zerlegt werden. Ziel ist es, die Qualität der Fasern möglichst nicht zu beeinträchtigen.

Das wird besonders dann zur Herausforderung, wenn Textilien aus einem Mischgewebe bestehen, das nur schwer und durch aufwendige, industrielle Verfahren voneinander getrennt werden kann. Oft bleibt nur die schwächere Form des Recyclings, das Downcycling als Option. Hiernach werden Materialien für einen geringerwertigen Einsatz als zuvor eingesetzt, wie beispielsweise Füllmaterial von Polstermöbeln, als Putzlappen oder Vliesstoff.

Faser-zu-Faser Recycling

Nur 1 Prozent der Alttextilien wird aktuell Faser-zu-Faser recycelt, erklärt Sebastiaan Krol, CEO bei Interzero Circular Solution. Das zeigt zum einen, wie groß der Bedarf an Verfahren ist, die sich genau darauf spezialisieren, und zum anderen, wie enorm der Anteil der Alttextilien ist, die deponiert oder verbrannt werden..

Der Weg zum Recycling

Kleidungsstücke bleiben allzu oft ungetragen. Sie können dann über sogenannte Reselling-Plattformen weiterverkauft werden. Doch was, wenn am Ende doch niemand mehr am Kauf der Kleidung interessiert ist? So wird aussortiert, weggeschmissen oder kommt in die Altkleidersammlung.

Die korrekte Entsorgung von Kleidungsstücken spielt eine entscheidende Rolle für die kommerzielle Wiederverwertbarkeit. Je nachdem kommen die Textilien in einen Recyclingprozess oder sie werden als Textilabfall der Verbrennung zugeführt.

Gelangen Modestücke in die Altkleidersammlung, werden diese einem Kategorisierungsprozess auf ihren Weiterverkaufswert hin geprüft. Das passiert meist an Schwellenländer in Osteuropa, Südamerika oder dem afrikanischen Kontinent. Oft fehlt jedoch die notwendige Infrastruktur zum Recyceln der Kleidungsstücke für den jeweiligen Markt. Die Folge? Unsere Kleidungsstücke finden sich entlang von Fluss- und Meeresmündungen wieder oder türmen sich an den entlegensten Orten dieser Welt in sogenannten Altkleiderbergen auf. Wenn (Alt-) Textilien nicht weiterverkauft werden könne, landen die aufwendig produzierten Kleidungsstücke im Abfall. Laut einer von McKinsey veröffentlichten produziert jeder Mensch in Europa jährlich mehr als 15 Kilogramm Textilmüll, wobei aus mindestens einem Fünftel neue Kleidung durch Recycling hergestellt werden könnte.

Die Frage der Verantwortung

Hierbei kommt schnell die Frage auf, weshalb Mode tausende Kilometer entfernt in der Atacama-Wüste in Chile oder auf dem Kantamanto-Markt in Accra, Ghana, endet, anstatt dass Unternehmen die von ihnen produzierte Kleidung wieder zurücknehmen, um sie zu recyceln.

Sebastiaan Krol erklärt, dass Modeunternehmen wohl erst dann ein noch größeres Augenmerk auf die Rücknahme ihrer produzierten Kleidungsstücke legen, wenn sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Krol setzt auf die sogenannte EPR, die Extended Producer Responsibility, die erweitere Herstellerverantwortung. Hierbei müssen Produzenten finanziell und/oder physisch die Entsorgung von Produkten nach dem Gebrauch gewährleisten. Durch die erweiterte Herstellerverantwortung könnte Unternehmen mehr an die Vermeidung von Abfällen liegen, was letztlich in ein umweltgerechtes Design von Kleidungsstücken münden könnte.

EU-Strategie

Die EU-Kommission hat reagiert und im März 2022 ihre EU-Textilienstrategie vorgestellt. Ziel der Strategie sind unter anderem die in der EU auf den Markt gebrauchten Textilien bis zum Jahr 2030 langlebig und recycelbar zu gestalten. Die EPR im Textilbereich soll auch in den Prozess der ab 2023 beginnenden Überarbeitung der EU-Abfallrahmenrichtlinie einfließen.

Fazit

Krol´s Appell an KonsumentInnen, auch wenn er noch so banal klingen mag: weniger konsumieren. Wenn doch konsumiert wird, sollte es Mode sein, die langlebig ist und darüber hinaus aus Monomaterialien besteht, damit Kleidungsstücke am Ende des Lebenszyklus sortenrein recycelt werden können. „Fast Fashion und Wegwerfmentalität müssen der Vergangenheit angehören.“

 

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Quelle: FOGS Magazin

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